August 2019

: Sondertreffen einiger EU-Staaten im September

Vor dem Hintergrund der sich wiederholenden Blockaden von Schiffen, die im zentralen Mittelmeer Menschen aus Seenot gerettet haben, wollen fünf Staaten der Europäischen Union am 19. September zu einem Sondertreffen zusammenkommen. An dem Treffen wollen Italien, Malta, Frankreich, Finnland und Deutschland teilnehmen. Die Länder wollen eine Übergangsregelung zur Umverteilung finden, die verhindern soll, dass Italien und Malta Schiffen mit geretteten Menschen die Einfahrt in ihre Häfen verwehren.

[Quelle: Der Standard]

: Dramatische Situation auf der Eleonore

Die Situation auf der Eleonore spitzt sich weiter zu. Am gestrigen Dienstag wurden zwar Wasser und Lebensmittel auf die Eleonore geliefert. Doch Malta verweigert weiterhin das Recht auf Einfahrt in einen Hafen.

Unterdessen hat der scheidende italienische Innenminister, Salvini, auch dem unter italienischer Flagge laufenden Schiff Mare Ionio, das gestern 100 Menschen aus Seenot gerettet hatte, die Einfahrt in einen italienischen Hafen verwehrt. Die Mare Ionio kreuzt außerhalb der italienischen Hoheitsgewässer vor Lampedusa. Sie ist mit einer Länge von 38 m und einer maximalen Breite von 9 m deutlich größer als die Eleonore (20 m Länge, 5 m Breite), ist aber ebenso wenig dafür geeignet, dass mehr als 100 Menschen sich längere Zeit auf dem Schiff aufhalten.

[Quellen: Der Standard; www.vesselfinder.com]

: Mario Ionio rettet 100 Menschen

Am heutigen gegen halbneun hat die Mare Ionio, das Schiff der italienischen Organisation Mediterranea Saving Humans, 100 Menschen aus Seenot gerettet, darunter 26 Frauen und 22 Kinder unter zehn Jahre. Einige der Geretteten haben Wunden, die durch Folter verursacht wurden [Meldung auf www.tagesschau.de]. Die Mare Ionio läuft unter italienischer Flagge.

Während dessen ist die Situation auf der unter deutscher Flagge laufenden Eleonore unverändert dramatisch. Malta und Italien verweigern dem Schiff weiterhin die Einfahrt in einen sichern Hafen.

: Malta verweigert der Eleonore Unterstützung

Malta und Italien verbieten der Eleonore, dem Schiff der Organisation Mission Lifeline, die Einfahrt in ihre Hoheitsgewässer. Malta geht sogar noch weiter und verweigert die Belieferung mit Wasser und Nahrungsmitteln. Das teilt der Kapitän der Lifeline, Claus-Peter Reisch, über den Twitter-Account der Organisation mit. Die Regierungen von Malta und Italien betreiben damit offenbar gezielt die Eskalation der Situation auf dem Schiff.

Das Libyen-Büro der Internationalen Organisation für Migration, einer Organsiation der UN, meldet auf Twitter, dass es heute vor Khums, Libyen, zu einer Schiffskatastrophe kam. Ein Boot mit Flüchtlingen havarierte vor der libyschen Küste. Etwa 60 Überlebende konnten sich retten. Wahrscheinlich sind etwa 40 Menschen ums Leben gekommen, darunter Frauen und Kinder.

: Alan Kurdi von Sea-Eye gestern ausgelaufen

Am späten Abend des 26. August ist die Alan Kurdi, das Rettungsschiff der Organisation Sea-Eye, aus dem spanischen Hafen Castellon ausgelaufen. Die Alan Kurdi wird die SAR-Zone vor der libyschen Küste voraussichtlich am Freitag erreichen [Sea-Eye auf Twitter].

: Die Eleonore der Mission Lifeline rettet 101 Menschen

Das neue Schiff von Mission Lifeline, die Eleonore, hat heute gegen 13:00 vor Libyen (außerhalb der Hoheitsgewässer) 101 Menschen von einem nicht seetüchtigen Schlauchboot gerettet. Während der Rettungsaktion näherte sich ein Schiff der sogenannten libyschen Küstenwache und bedrohte die Crew der Eleonore [Mission Lifeline auf Twitter].

Die Eleonore ist 20 m lang und 5 m breit. Sie wurde als Fischerboot gebaut und befindet sich auf einer Beobachtungsmission. Nach internationalem Seerecht musste die Crew eingreifen, als sie auf das Schlauchboot traf, das bereits Luft verlor. Die Menschen in dem Boot schwebten in unmittelbarer Lebensgefahr. Kapitän der Eleonore ist Claus-Dieter Reisch. An Bord ist der Arzt Georg Albiez, der sich auch in der Seebrücke Aktionsgruppe Freiburg engagiert.

: Mahnwache am Samstag, 17.08.2019

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Seebrücke Freiburg,

die humanitäre Situation auf dem Mittelmeer ist erschütternd und spitzt sich weiter zu:

    Auf der Open Arms warten seit über 2 Wochen 147 Menschen darauf, an Land gehen zu dürfen. Ein Gericht auf Lampedusa hat zwar entschieden, dass das Schiff aus humanitären Gründen Lampedusa ansteuern darf. Noch durften die Geflüchteten jedoch noch nicht an Land gehen, auch nicht nachdem sechs europäische Länder die Aufnahme endlich zugesagt hatten.
    Die Ocean Viking hat zwischenzeitlich mehr als 350 Personen an Bord, die ebenfalls nicht zu einem sicheren Hafen gebracht werden dürfen. Malta hat der Ocean Viking zudem das Tanken verweigert.

Die Seebrücke Freiburg wird anlässlich dieser unhaltbaren Zustände eine Mahnwache organisieren:

Samstag, 17.08.2019 von 15.00 bis 17.00 Uhr im Colombipark

Bitte kommt zahlreich und protestiert für die Rettung geflüchteter Menschen, für ihre Aufnahme in sichere Häfen und gegen die inhumane Politik der europäischen Staaten!